Das 9 Euro Ticket hat in Deutschland eingeschlagen wie eine Bombe. Unzählige Menschen haben sich das Ticket gesichert, um damit das Land zu erkunden. Nun läuft das auf den Sommer befristete Projekt aus, was über 50 Kulturschaffende, Unternehmer und Aktivistinnen dazu veranlasste, sich in einem offenen Brief an Kanzler Scholz für den Erhalt des 9 Euro Tickets stark zu machen.

Konkret fordern die Beteiligten die schnellstmögliche Einführung einer dauerhaft günstigen Nahverkehrskarte. Dies, so die Verfasser, sei ein wichtiges Signal für eine Zukunft, die mehr Klimaschutz und mehr Gerechtigkeit beinhaltet.

In besagtem Brief machen sich auch viele bekannte Namen für das 9 Euro Ticket stark wie zum Beispiel Anke Engelke, Torsten Sträter, Klimaaktivistin Luisa Neubauer oder der Medienmanager Fabian Tobias (»Endemol Shine«). Eckart von Hirschhausen betonte ausdrücklich, dass ein Tankrabatt und eine Pendlerpauschale an falscher Stelle greifen würden. Mit dem 9 Euro Ticket könne man wesentlich mehr erreichen und aktiver handeln.

Angestoßen hat Brief und Diskussion Autor und Comedian Sebastian Rabsahl (Sebastian 23), der das vergünstigte Ticket selbst gern und viel genutzt hat. Für ihn sei das Ticket „Klimaschutz ohne Entbehrungen, ohne Verbote“. Es sei eine eher positive Botschaft, die viele Menschen sicherlich bereiter wären umzusetzen als sich Verboten zu beugen.

Zu finanzieren sei das Ticket recht einfach. Die etwa zehn Millionen Euro Kosten, die ein dauerhaftes 9 Euro Ticket verursachen würde, könne man beispielsweise durch eine Übergewinnsteuer, die Streichung fossiler Subventionen oder die Steuerreduzierung für Kerosin im Personen-Flugverkehr sichern.

Auch in der Politik stößt der Gedanke an einen Ticker-Nachfolger auf offene Ohren. So hat sich Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) für einen Nachfolger ausgesprochen – Details zu selbigem gibt es bisher aber nicht. Nur ein Rückfall in „alte Tarifstrukturen“ solle am Ende vermieden werden.

Das 9 Euro Ticket hat sich rund 52 Millionen Mal verkauft. Ein Nachfolge-Ticket dürfte also auf ähnliche Zustimmung stoßen.

Joerg Kassel
Joerg Kassel

Nach dem Abitur begann Jörg Kassel ein Studium der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Wirtschafts-, Finanz- und Kapitalmarkt-Themen bildeten auch bei der anschließenden Arbeit als Journalist und Autor einen wichtigen Schwerpunkt. Seit mehr als zehn Jahren publiziert Jörg Kassel in verschiedenen Medien Fachartikel vor allem über Verbraucherkredite, Finanzierungen und den richtigen Umgang mit Geld. Er ist Chefredakteur des Magazins „Geldreport“ und veröffentlicht im Jahr 2022 sein erstes Buch. Als Kreditexperte unterstützt Jörg Kassel außerdem den Kreditbroker „Bon-Kredit“. Das TÜV-geprüfte Unternehmen hat sich faire Kredite ohne Vorkosten auf die Fahnen geschrieben hat und engagiert sich seit Jahren erfolgreich gegen unfaire Praktiken am Kreditmarkt. Bon-Kredit und Jörg Kassel eint die Überzeugung, dass Aufklärung und finanzielle Bildung den besten Schutz vor Kreditabzocke und anderen Kostenfallen darstellen.